Schlau trinken & recyceln – eine Erfolgsgeschichte
- Julia Schätzer

- 6. März
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. März
Seit mehr als 15 Jahren unterstützt SIPCAN Schulen dabei, ein gesundheitsförderliches Trinkverhalten zu fördern – und verbindet dieses Thema mittlerweile auch mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Wertstoffen. Aus der ursprünglichen Initiative „Schlau-Trinken-Schule“ entwickelte sich ein österreichweites Unterrichtsprogramm, das Gesundheit, Bildung und Nachhaltigkeit miteinander verknüpft. Erfahren Sie, wie aus einem Schulprojekt eine langfristige Bildungsinitiative wurde – und welche neuen Möglichkeiten es im Schuljahr 2025/26 gibt.

Der Beginn: Die ersten „Schlau-Trinken-Schulen“
Aus unserer Arbeit an Schulen wurde früh klar, dass eine nachhaltige Verbesserung des Ernährungs- und Trinkverhaltens nur gelingt, wenn Verhaltens- und Verhältnisprävention zusammenspielen. Neben der Wissensvermittlung braucht es daher auch ein Umfeld, das gesunde Entscheidungen erleichtert. Genau aus diesem Ansatz heraus entstanden unter anderem Maßnahmen wie der Schulbuffet- und der Getränkeautomaten-Check – und später auch das Projekt „Schlau trinken“. Alles begann 2009. Österreichweit wurden Schulen dazu aufgerufen sich als „Schlau-Trinken-Schule“ zu bewerben. Alle teilnehmenden Schulen wurden mit einer Projektmappe, Plakaten und Broschüren versorgt. Parallel zur Projektausschreibung ging die „Schlau-trinken-Homepage“ online mit einer Vielzahl von begleitenden Unterrichtsmaterialien – wie z.B. Wissensspielen, Experimenten und Informationsblättern sowie wertvollen Tipps zur Umsetzung eines gesundheitsförderlichen Getränkeangebots an Schulbuffets und Getränkeautomaten. Darüber hinaus wurden die teilnehmenden Schulen durch die Expert*innen von SIPCAN beim Optimierungsprozess des Getränkeangebots unterstützt.

Das Trink-Dreieck: Ein einfaches Modell mit großer Wirkung
Zentraler Bestandteil des „Schlau-Trinken“ Schulprojekts war damals schon das innovative „Trink-Dreieck“, das von SIPCAN entwickelt wurde. Das „Trink-Dreieck“ zeigt anschaulich, welche Getränke den Hauptteil unserer täglichen Flüssigkeitsaufnahme ausmachen sollten. In Anlehnung an den thailändischen Ernährungswimpel stellten auch wir das Dreieck auf den Kopf und platzierten damit ideale Durstlöscher, von denen am meisten getrunken werden soll, ganz oben. Damit machten wir uns Erkenntnisse aus der Wahrnehmungspsychologie zunutze, wonach unser Blick bzw. unsere Aufmerksamkeit immer nach oben strebt.
Kriterien für eine „Schlau-Trinken-Schule“
Was zeichnete damals eine „Schlau-Trinken-Schule“ aus?
An der Schule werden vorwiegend Produkte mit moderatem Zuckergehalt (= max. 7,4 g Zucker pro 100 ml Getränk) und ohne Süßstoffe verkauft. „Vorwiegend“ bedeutete, dass mindestens 80 Prozent des Angebots am Schulbuffet und in den Getränkeautomaten diesen Kriterien entsprechen. (Dieser Grenzwert entspricht unserem damalig geltenden Zuckergrenzwert für ideale Durstlöscher. Heute sind es sogar nur mehr 6,3 g Zucker.)
An der Schule wird regelmäßig in mehreren Klassen zum Thema Trinken im Unterricht gearbeitet (z.B. mit den auf der Projekthomepage zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterialien).
Von wenigsten der Hälfte der Pädagog*innen der Schule wird das Trinken von idealen Durstlöschern – wie Wasser, Mineralwasser, ungesüßten Früchte- oder Kräutertees oder gespritzten Fruchtsäften im Unterricht erlaubt und auch aktiv gefördert.
Alle Schulen, die zu Projektabschluss diese drei Kriterien erfüllten, wurden nicht nur mit einer Urkunde ausgezeichnet, sondern hatten auch die Möglichkeit an einem Gewinnspiel teilzunehmen.
Der „Schlau-Trinken-Pass“: Vom Wissen zur Gewohnheit
Das Projekt wurde in dieser Form mehrere Jahre umgesetzt und im Schuljahr 2017/18 erstmals um den „Schlau-Trinken-Pass“ ergänzt. Die Idee dahinter: die im Unterricht erlernten Inhalte zu einem gesundheitsförderlichen Trinkverhalten – nämlich eine regelmäßige, über den Tag verteilte Konsumation von idealen Durstlöschern – werden durch eine Beobachtung des eigenen Trinkverhaltens gefestigt und die Etablierung von Gewohnheiten gefördert. Da mit dem „Schlau-Trinken-Pass“ nicht nur das Trinkverhalten in der Schule, sondern auch in der Freizeit und zuhause protokolliert wurde, konnten auch erstmals die Eltern und Erziehungsberechtigten mit dem Projekt erreicht werden.
Vom Projekt zum Unterrichtsprogramm
Die Resonanz der Pädagog*innen war sehr positiv und die Teilnahmeplätze pro Schuljahr limitiert, daher suchten wir nach einem Modell, wie wir unser Angebot einer größeren Anzahl an Schulen zugänglich machen konnten. So entstand die neue „Schlau trinken!“-Unterrichtsbroschüre, die gemeinsam mit dem „Schlau trinken!“-Pass und dem Plakat „Das Trink-Dreieck“ allen österreichischen Schulen für Schüler*innen ab der 7. Schulstufe zur Verfügung gestellt werden konnte. Weiterhin gab es die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Gewinnspiel, bei dem die Schulen anhand von Fotos zeigten, wie das Thema im Unterricht umgesetzt wurde.
Gesundheit und Nachhaltigkeit verbinden: „Schlau trinken & recyceln!“
Doch damit nicht genug. Weil wir schon damals erkannt hatten, dass die Schaffung von mehr Bewusstsein für das Recycling von Wertstoffen wichtig ist und optimal mit „Schlau trinken!“ verknüpft werden kann, kam es 2020 bereits zur nächsten großen Änderung: Aus „Schlau trinken!“ wurde „Schlau trinken & recyceln!“. Die Broschüre wurde ab diesem Zeitpunkt zu einer zweiteiligen Wendebroschüre, die bis heute nicht nur Informationen zu einem gesundheitsförderlichen Trinkverhalten beinhaltet, sondern auch den ressourcenschonenden Umgang mit Getränkeverpackungen. Auch das Pet2pet-System, bei dem Österreich international eine Vorreiterrolle hat, wird darin behandelt. Ergänzt wurde im Rahmen der Überarbeitung der Broschüre auch ein zweites Plakat passend zum Thema „Schlau recyceln!“, das genauso wie das „Trink-Dreieck“ für alle Klassen und auch das Schulhaus bestellt werden konnte.
Ein Projekt, das weiter wächst
Heute gehört „Schlau trinken & recyceln“ zu den langfristigsten Bildungsinitiativen von SIPCAN. Jedes Jahr nehmen zahlreiche Schulen aus ganz Österreich teil und setzen sich gemeinsam mit ihren Schüler*innen mit den Themen gesundes Trinken und Recycling auseinander. Insgesamt konnten wir seit dem Schuljahr 2018/19 über 66.000 Schüler*innen an über 650 Schulen in ganz Österreich in ihrer Ernährungs- und Gesundheitskompetenz unterstützen.
Die Materialien werden weiterhin dank langjähriger Unterstützung von Rauch kostenlos zur Verfügung gestellt und laufend weiterentwickelt – mit dem Ziel, Gesundheitsbildung im Schulalltag möglichst einfach, praxisnah und nachhaltig zu unterstützen.
Mitmachen im Schuljahr 2025/26
Auch in diesem Schuljahr besteht wieder die Möglichkeit, die Unterrichtsmaterialien „Schlau trinken & recyceln!“ kostenlos für Schüler*innen ab der 7. Schulstufe zu bestellen.
Neu ist in diesem Jahr – anstelle unseres Fotowettbewerbs - ein zusätzlicher kreativer Baustein: der Kurz-Videowettbewerb„Schlau trinken & recyceln! – The Challenge“.

Dabei können Schüler*innen ein 30 bis 60 Sekunden langes Video zum Thema „Schlau trinken“ oder „Schlau recyceln“ gestalten. Ob informativ, kreativ oder mit einem Augenzwinkern – gefragt ist eine eigenständige Umsetzung der Inhalte aus dem Unterricht. Die Produktion ist bewusst einfach gehalten und kann unkompliziert mit dem Smartphone erfolgen.
Unter allen Einsendungen wählt eine Jury die drei besten Beiträge aus. Zu gewinnen gibt es jeweils eine Getränkepalette für die Schule.
Hier können Sie die Unterlagen online bestellen: Schlau trinken und recyceln! Bestellformular


























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