• Sabine Dämon

1.000 Milchprodukte im Test - oder: die Qual der Wahl

Zum Weltmilchtag am 1. Juni darf mit einem Glas Milch angestoßen werden. An diesem Aktionstag wird Milch als natürliches und gesundes Lebensmittel weltweit beworben.


Dass Milch und Milchprodukte besonders wegen ihres Kalzium-, Vitamin- und Eiweißgehalts wertvolle Lebensmittel sind, steht für die Ernährungswissenschaft außer Frage. Ist man kein überzeugter Anhänger der veganen Kost, dann sind Milch, Joghurt, Topfen oder Käse auch kaum mehr vom Frühstücks- oder Jausentisch wegzudenken.


Milch ist aber nicht gleich Milch, und die Angebotsvielfalt an Erzeugnissen daraus ist enorm. Wie bei allen Lebensmitteln gibt es verschiedene Entscheidungskriterien für oder gegen ein Produkt. So wirkt sich die Art der Milchproduktion und -verarbeitung auf die Frische sowie den Geschmack und Nährstoffgehalt aus, und außerdem auch höchst unterschiedlich auf Tierwohl, Umwelt und Klima – Viele Aspekte, die am Ende für Konsument*innen vor dem Supermarktregal oft schwer einzuschätzen sind.


Was die Nährstoffqualität betrifft, bietet der SIPCAN Milchprodukte-Check Unterstützung, der insbesondere das Thema Zucker und Süßstoffe ins Auge fasst. Denn bei genauem Blick auf die Nährwerttabellen und Zutatenlisten stellen sich viele Frucht- und Dessertjoghurts, Topfencremen, Puddings aber auch Milchgetränke sowie spezielle Kinder-Milchprodukte als wahre Zuckerbomben heraus.


Dass SIPCAN die Reduktion des Zuckerkonsums in Anliegen ist und sich dabei auch für die Reduktion des Zuckergehalts in Produkten einsetzt, ist kein Geheimnis mehr. Seit 2012 nehmen wir daher (neben dem Getränke-Check) jährlich über 1.000 Milchprodukte am österreichischen Markt unter die Lupe.


Die erfreuliche Nachricht: Der durchschnittliche Zuckergehalt hat sich seit 2012 um 17,4 % reduziert und liegt heute bei 11,6 Gramm pro 100 Gramm bzw. Milliliter. Mit einem 250 Gramm Becher Fruchtjoghurt, Topfencreme & Co konsumiert man durchschnittlich aber immer noch eine Zuckermenge vergleichbar mit rund 8 Stück Würfelzucker. Die Zuckermenge in einem 250 Milliliter Glas Milchgetränk, Molke & Co entspricht rund 7 Stück Würfelzucker.


Um Konsument*innen bei der gesünderen Wahl mit weniger Süße zu unterstützen hat SIPCAN klare Orientierungskriterien festgelegt. Die aktuellen Kriterien lauten: Es sollten maximal 11,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm bzw. Milliliter enthalten sein, und keine Süßstoffe. Heute ist dies noch bei 6,6 Prozent der Milchprodukte der Fall (2012 enthielten noch 15,2 Prozent aller Produkte Süßstoffe).


Äußerst positiv ist, dass der Anteil an Produkten, die den Orientierungs-Kriterien entsprechen, von 16,0 Prozent im Jahr 2012 auf mittlerweile 42,2 Prozent gestiegen ist. Dies ist auf die sehr positive Reaktion von Industrie bzw. Handel und das Großteils gemeinsame Bestreben zur Zuckerreduktion zurückzuführen (siehe auch Zucker-raus-Initiative).


Gleichzeitig heißt dies aber auch, dass jedes zweite Milchprodukt immer noch nicht den vorgegebenen Zuckergrenzwerten entspricht. Vor allem bei Milchprodukten zum Löffeln besteht weiterhin ein starker Handlungsbedarf, denn zwei von drei Joghurts & Co sind nach wie vor zu süß.


Wer die Details zu seinem Lieblings-Milchprodukt wissen möchte, der kann online unter www.sipcan.at/online-checklisten danach suchen, oder auch in der kostenlosen App (Stichwort „SIPCAN Check“).



Zum SIPCAN Milchprodukte-Check




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