Wenn es schnell gehen muss: Convenience Produkte klug eingesetzt
- Marlene Fürst

- vor 20 Minuten
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Zwischen Arbeit, Familie, Sport und anderen Verpflichtungen bleibt nicht immer Zeit, frisch zu kochen. Convenience-Produkte, also Lebensmittel, die bereits vorbereitet, verarbeitet oder verzehrfertig sind, können im Alltag sehr praktisch sein. Gleichzeitig gelten sie häufig als Synonym für „ungesunde Fertigkost“. So einfach ist es aber nicht: Wir erklären, worauf es ankommt!

Convenience ist nicht gleich Convenience
Der Begriff umfasst eine große Bandbreite: von einzelnen Komponenten wie tiefgekühltes Gemüse, vorgebackene Pommes, vorgegarter Reis, vorgekochte Hülsenfrüchte in der Dose und geschnittenen Salate bis hin zu fertigen Suppen, Curries oder Mikrowellengerichte. Je nach Grad der Verarbeitung unterscheiden sich diese Produkte deutlich in ihrer ernährungsphysiologischen Qualität. So sind tiefgekühlte Erbsen oder passierte Tomaten anders einzuordnen als ein stark verarbeitetes Fertiggericht mit langer Zutatenliste.
Eine erste, hilfreiche Frage lautet daher: Erleichtert das Produkt lediglich die Zubereitung oder ersetzt es eine ganze Mahlzeit?
Tiefkühlprodukte – oft besser als ihr Ruf
Besonders Tiefkühlgemüse und -obst werden häufig unterschätzt. Dabei können sie ernährungsphysiologisch eine sehr gute Wahl sein. Gemüse und Obst werden meist kurz nach der Ernte verarbeitet und eingefroren, wodurch viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe gut erhalten bleiben. Tiefkühlgemüse ohne zusätzliche Saucen oder Panaden ist auch eine praktische Alternative zu frischer Ware, wenn diese nicht verfügbar ist. Ebenso sparen vorgegarte Kartoffelprodukte, die fettfrei z.B. im Backofen zubereitet werden können, Zeit und liefern gleichzeitig wertvolle Nährstoffe. Wichtig ist ein Blick auf die Zutatenliste.
Zusatzstoffe – weniger Angst, mehr Wissen
Zusatzstoffe werden bei Convenience-Produkten häufig kritisch betrachtet. Sie erfüllen technologische Funktionen wie die Stabilisierung, Färbung oder Verlängerung der Haltbarkeit und werden in der EU vor ihrer Zulassung auf ihre Sicherheit geprüft. Ihre Anwesenheit allein sagt daher nichts über die ernährungsphysiologische Qualität eines Produkts aus. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste: Produkte mit einer kurzen Zutatenliste, natürlichen Hauptzutaten sowie wenigen Zusatzstoffen und schwer verständlichen Fachbegriffen sind in der Regel die bessere Wahl. Übrigens: die Hauptzutaten stehen immer an erster Stelle. Außerdem sollten jene ohne Geschmacksverstärker bzw. mit möglichst wenig Salz sowie Fett und Zucker bevorzugt werden. Denn diese erhöhen nicht nur den Energiegehalt, sondern können langfristig die Vorliebe für stark verarbeitete Lebensmittel fördern.
Kleine Ergänzungen – große Wirkung
Wer zu Convenience-Produkten greifen möchte, kombiniert diese am besten mit frischen Lebensmitteln. Zum Beispiel:
(TK-)Kartoffelprodukt mit Spiegelei und (TK-)Spinat
(Fertige) Gemüsesuppe ergänzt mit Hülsenfrüchten (aus der Dose) und Vollkornbrot
Vollkornreis (vorgegart) mit frischem Gemüse und Feta
(TK-)Fisch aus der Region oder in Bio-Variante mit (vorgegarten) Kartoffeln und frischem Salat
Dabei hilft ein kurzer gedanklicher Abgleich mit dem Tellerprinzip: Enthält die Mahlzeit eine Kohlenhydratquelle, ausreichend Gemüse und eine Eiweißkomponente? Falls nicht, lässt sich das oft unkompliziert ergänzen – entweder zur Hauptmahlzeit oder als Nachspeise. Ist das Gericht ohne ausreichender Eiweißquelle, kann beispielsweise ein Joghurt oder eine Buttermilch als Ausgleich dienen. So bleibt die Zeitersparnis erhalten – und gleichzeitig steigt die Nährstoffqualität der Mahlzeit.
Fazit
Convenience-Produkte sind aus dem modernen Alltag kaum wegzudenken – und das muss auch gar kein Nachteil sein. Wer Zutatenliste, Nährwerte und Produktart bewusst betrachtet und Convenience-Produkte gezielt mit frischen Lebensmitteln kombiniert, kann Zeit sparen – ohne bei der Ernährungsqualität große Kompromisse einzugehen.




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