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Snacks und ihr Einfluss auf den Stoffwechsel

Snacks bzw. Zwischenmahlzeiten machen oftmals einen großen Teil unserer täglichen Energieaufnahme aus und können die Ernährungsqualität daher maßgeblich beeinflussen. Die neue Ausgabe der Science News beschäftigt sich mit den Auswirkungen unserer Snackgewohnheiten auf unseren Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System.


(Science News 28: Wie sich Snacks auf den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System auswirken.)



Hand hält Müsliriegel mit offener Verpackung


Um Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von Zwischenmahlzeiten und der kardiometabolischen Gesundheit zu untersuchen, wurde das Snackverhalten von 854 Personen aus der britischen ZOE PREDICT-Studie, einer umfassenden Ernährungsstudie, analysiert. Im Rahmen der Studie wurde die Nahrungsaufnahme, darunter auch Zwischenmahlzeiten – also Lebensmittel oder Getränke, die zwischen den Hauptmahlzeiten konsumiert wurden, über einen Zeitraum von zwei bis vier Tagen mittels einer speziellen Studien-App dokumentiert.


Die Ergebnisse zeigten, dass 95 % der Studienteilnehmer*innen regelmäßig Zwischenmahlzeiten zu sich nahmen. Während 24 % weniger als zwei Snacks pro Tag konsumierten, nahmen 76 % zwei oder mehr Snacks pro Tag zu sich. Der durchschnittliche Konsum lag bei 2,28 Snacks pro Tag, mit denen allerdings 24 % der täglichen Energiezufuhr aufgenommen wurden. Die am häufigsten verzehrten Snacks waren Süßigkeiten, Kekse, Nüsse, Obst, Chips, Brot, Käse, Kuchen und Torten, Müsli- und Getreideriegel sowie verschiedene Getränke.

Rein auf die Snack-Häufigkeit und die dabei aufgenommenen Kalorienmengen bezogen konnten in dieser Studie keine Zusammenhänge zwischen dem Snackverhalten (Snack-Häufigkeit und Kalorienaufnahme aus Snacks) auf der einen Seite und kardiometabolischen Risikomarkern (wie Gewicht, BMI, viszeralem Fett, Blutzucker- und Blutfettwerten) auf der anderen Seite festgestellt werden. Dafür stellten sich der Zeitpunkt des Konsums und die gesundheitsförderlichen Eigenschaften der Zwischenmahlzeiten als Schlüsselfaktoren für die kardiometabolische Gesundheit dar.

So zeigten sich beispielsweise Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln wie Süßigkeiten, Kuchen sowie Keksen und schlechteren Gesundheitsergebnissen. Personen, die hauptsächlich unverarbeitete oder minimal verarbeitete Snacks wie Nüsse, Käse und Obst konsumierten, hatten im Vergleich zu Personen, die hauptsächlich stark verarbeitete Snacks aßen, ein geringeres Körpergewicht, weniger Bauchfett und niedrigere Blutzucker- und Blutfettwerte.

 

Des Weiteren wurde festgestellt, dass es eine überraschend geringe Übereinstimmung zwischen den gesundheitsförderlichen Eigenschaften von Zwischenmahlzeiten und Hauptmahlzeiten gab: So waren bei 18 % der Studienteilnehmer*innen die Snacks in Bezug auf die Gesundheitsförderlichkeit „von guter Qualität“, dafür aber die Hauptmahlzeitenqualität schlecht. Bei 26 % war es umgekehrt, also die Hauptmahlzeiten gesund und die Snacks wenig gesundheitsförderlich. Bei 44 % der Studienteilnehmer*innen gab es hier also eine Diskrepanz, was wiederum negative Auswirkungen auf Blutzucker- und Blutfettwerte hatte.


Die Studie zeigte außerdem, dass der Zeitpunkt des Snackkonsums eine zentrale Rolle bei der Beeinflussung von kardiometabolischen Faktoren spielt. Die meisten Studienteilnehmer*innen (39 %) snackten am Nachmittag (zwischen 12:00 und 18:00 Uhr), gefolgt von Personen (31 %), die ihre Snacks primär am Abend (nach 18:00 Uhr) zu sich nahmen. Personen, die vormittags snackten, konsumierten eher gesündere Zwischenmahlzeiten und nahmen dabei auch weniger Kalorien auf als die, die zu anderen Zeiten snackten. Besonders das Snacken nach 21:00 Uhr wurde mit schlechteren Langzeitblutzuckerwerten und höheren postprandialen Blutzucker- und Blutfettwerten in Verbindung gebracht.


Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer gesundheitsförderlichen Snackwahl sowie eines angemessenen Zeitpunkts für den Verzehr der Zwischenmahlzeiten, während die Snack-Häufigkeit sowie die zwischen den Mahlzeiten aufgenommenen Kalorienmengen eine scheinbar weniger wichtige Rolle für die kardiometabolische Gesundheit spielen.

 

Referenz:

Bermingham KM, May A, Asnicar F, Capdevila J, Leeming ER, Franks PW, Valdes AM, Wolf J, Hadjigeorgiou G, Delahanty LM, Segata N, Spector TD, Berry SE. Snack quality and snack timing are associated with cardiometabolic blood markers: the ZOE PREDICT study. Eur J Nutr. 2023 Sep 15. doi: 10.1007/s00394-023-03241-6.

 


Science News Download:


SIPCAN_ScienceNews_28_062024_Snacking_HKL
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