• Julia Schätzer

Sommerpause

Aktualisiert: 14. Feb.

Mit einem Gedicht von Eugen Roth, das uns daran erinnert, wie wichtig es ist, dass man im Urlaub loslässt und sich entspannt, begibt sich das Team von SIPCAN in die wohl verdiente Sommerpause. Wir werden nach dieser herausfordernden Zeit viel Kraft sammeln für das neue Schuljahr - ein paar neue Schulprogramme sind bereits in Planung!


Ein Mensch, vorm Urlaub, wahrt sein Haus,

Dreht überall die Lichter aus,

In Zimmern, Küche, Bad, Abort -

Dann sperrt er ab, fährt heiter fort.

Doch jäh, zu hinterst in Tirol,

Denkt er voll Schrecken: "Hab ich wohl?"

Und steigert wild sich in den Wahn,

Er habe dieses nicht getan.

Der Mensch sieht, schaudervoll, im Geiste,

Wie man gestohlen schon das meiste,

Sieht Türen offen, angelweit.

Das Licht entflammt die ganze Zeit!

Zu klären solchen Sinnentrug,

Fährt heim er mit dem nächsten Zug

Und ist schon dankbar, bloß zu sehn:

Das Haus blieb wenigstens noch stehn!

Wie er hinauf die Treppen keucht:

Kommt aus der Wohnung kein Geleucht?

Und plötzlich ist's dem armen Manne,

Es plätschre aus der Badewanne!

Die Ängste werden unermessen:

Hat er nicht auch das Gas vergessen?

Doch nein! Er schnuppert, horcht und äugt

Und ist mit Freuden überzeugt,

Dass er - hat er's nicht gleich gedacht? -

Zu Unrecht Sorgen sich gemacht.

Er fährt zurück und ist nicht bang. -

Jetzt brennt das Licht vier Wochen lang.

Eugen Roth