• Sabine Dämon

Sauberes Etikett

Verbraucher*innen legen heute zunehmend Wert auf gesunde und möglichst natürliche Lebensmittel. Viele beschäftigen sich erfreulicherweise mehr als je zuvor mit ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden und hinterfragen kritisch, was bei ihnen auf dem Teller bzw. in ihrem Körper landet. Als Gegentrend zu dem fast grenzenlosen Angebot an industriell gefertigten Nahrungsmitteln werden natürliche Alternativen bevorzugt. „Clean Eating“ nennt sich das entsprechende Konzept in den privaten Küchen, wo Speisen aus möglichst nur frischen Zutaten und wenigen Verarbeitungsschritten das Ziel sind.

Auch die Lebensmittelwirtschaft bemüht sich diesem Wunsch nach „sauberem Essen“ bestmöglich nachzukommen. Lebensmittel sollen möglichst keine bzw. wenig verarbeitete oder synthetische Zutaten enthalten. So werden in erster Linie die ungeliebten, chemisch klingenden Zusatzstoffe bzw. E-Nummern aus den Rezepturen und damit auch aus den Zutatenlisten verbannt. „Clean Label“ – heißt das Ergebnis in Fachkreisen – ein sauberes Etikett also.


Eine allgemein gültige Definition für „Clean Label“ gibt es allerdings nicht. Verbraucherorganisationen kritisieren zudem das Bewerben von Lebensmitteln mit dem Hinweis auf das Nichtverwenden von bestimmten Zutaten (z.B. „ohne Konservierungsstoffe“, „ohne Aromen“ etc.), da dadurch das Bild eines vergleichsweise natürlichen Produkts suggeriert wird. Hinterfragt wird auch, ob der oftmalige Ersatz von beispielsweise künstlichen Geschmacksverstärken durch Hefeextrakt oder von künstlichen Farbstoffen durch färbende Pflanzenextrakte den Ansprüchen eines „Clean Labels“ gerecht wird. Der Ball liegt hier wie so oft bei der geschulten Konsumentin bzw. dem geschulten Konsumenten.


Clean Labelling ist jedenfalls eine enorme Chance, wenn es der Hersteller mit seinem Engagement für ernährungsphysiologisch gesunde, möglichst naturbelassene Produkte richtig ernst meint. Die Umsetzung ist mehr als herausfordernd, denn für viele Zutaten bzw. technologische Hilfsmittel lässt sich nicht so leicht eine adäquate Alternative finden, um am Ende dennoch ein sensorisch ansprechendes Lebensmittel (Optik, Geschmack, Textur etc.) auf den Markt zu bringen. Wir von unserer Seite freuen uns über spannende Kooperationen mit dafür motivierten Partnern.