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Jünger, beweglicher und stärker mit Kollagen?

  • Autorenbild: Nadine Gutmann
    Nadine Gutmann
  • 26. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Feb.

Straffere Haut, gesündere Gelenke, stärkere Knochen und sogar mehr Muskelmasse – das alles soll das neue Wundermittel Kollagen bewirken. Doch was ist dran an diesen Versprechen?

(Science News 34: Kollagen: Wundermittel für Haut, Knochen und Gelenke?)


Junge Frau Gesicht Haut Nahaufnahme mit Kollagen Symbol

Kollagen gilt als das neue Wundermittel der Beauty- und Gesundheitswelt. Ob als Pulver im Proteinshake, in Kapseln oder als Zusatz im „Anti-Aging“-Shake – kaum ein Nahrungsergänzungsmittel wird derzeit so stark eingesetzt. Drei aktuelle Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen werfen einen wissenschaftlich fundierten Blick auf die Datenlage und zeigen, dass Wunsch und Wirklichkeit nicht immer übereinstimmen.

 

Ein zentrales Argument vieler Kollagen-Produkte ist der Anti-Aging-Effekt für die Haut. Genau damit beschäftigt sich eine umfassende Meta-Analyse von 23 randomisierten, kontrollierten Studien mit 1.474 Teilnehmenden und zeigt zunächst ein vielversprechendes Bild: Kollagen-Supplemente verbesserten messbar Hautfeuchtigkeit, Elastizität und sogar Faltentiefe. Allerdings hielt dieser Effekt nicht stand, wenn man genauer hinsah: Der positive Einfluss fand sich fast ausschließlich in Studien, die von der Industrie finanziert wurden oder methodisch schwach waren. In unabhängig finanzierten oder qualitativ hochwertigen Untersuchungen hingegen zeigte sich kein nachweisbarer Nutzen. Leider zeigt sich – trotz großen kommerziellen Interesses an Kollagen – noch keine überzeugende, unabhängige Evidenz, dass die Einnahme tatsächlich zu einer sichtbaren Hautverjüngung führt.

 

Deutlich besser fällt das Urteil aus, wenn es um die Gelenksgesundheit geht. In einer Meta-Analyse mit 11 Studien und 870 Teilnehmenden konnte gezeigt werden, dass Kollagen-Supplemente signifikant zur Linderung von Knieschmerzen und zur Verbesserung der Beweglichkeit bei Arthrose beitragen. Die Wirkung war nicht nur statistisch bedeutsam, sondern auch klinisch relevant: Patient*innen berichteten von einer geringeren Schmerzintensität und einer besseren Funktion im Alltag. Allerdings lässt sich derzeit nur schwer bestimmen, in welcher Dosierung und über welchen Zeitraum Kollagen eingenommen werden sollte, da wirksame Studien sehr unterschiedliche Parameter aufweisen: Die Teilnehmenden verwendeten zwischen 40 mg und 10 g pro Tag, über einen Zeitraum von 10 bis 48 Wochen.

 

Für viele Menschen gehört auch die Hoffnung auf stärkere Knochen und mehr Muskelmasse zur Motivation, Kollagen einzunehmen. Die Studienlage dazu ist jedoch uneinheitlich. Eine große Übersichtsarbeit untersuchte 36 Studien zu den Effekten von Typ-I-Kollagenhydrolysat auf Knochen, Muskeln und Gelenke. Zur Knochendichte gibt es zwar einige Hinweise, aber keine ausreichend konsistente Evidenz, um klare Aussagen zur Osteoporose-Prävention zu treffen. Bei der Muskulatur fanden sich in mehreren Studien Verbesserungen allerdings fast ausschließlich dann, wenn gleichzeitig ein strukturiertes Training durchgeführt wurde – also nur in Kombination mit Bewegung. Während sich bei den Gelenken erneut positive Effekte zeigten, blieb das Bild bei Knochen und Muskeln eher vage. Die durchschnittliche Tagesdosis der eingesetzten Kollagenpräparate lag bei 20 g, obwohl in den meisten Studien eine Dosierung von 15 g pro Tag verwendet wurde. Die Dauer der Studien variierte erheblich und reichte von einem Tag bis zu 15 Wochen.

 

Fazit

 

Während Kollagenpräparate bei Gelenkbeschwerden – insbesondere bei Arthrose – einen nachgewiesenen Nutzen zeigen, ist die Evidenz für andere Wirkversprechen wie Hautverjüngung, Muskelaufbau oder Knochengesundheit bisher unzureichend. Wer Hautalterung vorbeugen möchte, sollte vor allem konsequent Sonnenschutz verwenden, auf eine gesunde Ernährung achten, ausreichend trinken, genügend schlafen und rauchfrei leben. Für starke Knochen und den Erhalt der Muskelmasse gelten regelmäßiges Krafttraining sowie eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D, Kalzium und Eiweiß als wissenschaftlich belegte Maßnahmen.


 

Literatur:

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