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Heiße Tage - süße Getränke?

  • Autorenbild: Sabine Dämon
    Sabine Dämon
  • vor 1 Stunde
  • 3 Min. Lesezeit

Der Sommer nimmt wieder Fahrt auf und viele greifen gern zu süßen, erfrischenden Getränken. Dass dabei in kurzer Zeit viel Zucker aufgenommen wird, wird häufig übersehen. Auch ein Ersatz durch Süßstoffe gilt aus gesundheitsförderlicher Sicht langfristig nicht wirklich besser - die Süße schrittweise reduzieren dagegen schon.

 


zwei Gläser mit rotem Erfrischungsgetränk, Zitrone und Eiswürfel. Dahinter ein Teller mit Melonenstücke

 


Österreich reduziert Zucker nachhaltig, ohne Süßstoffe


Über kaum ein anderes Lebensmittel wird in kurzer Zeit so viel Zucker aufgenommen wie über Getränke. Mit einem halben Liter klassischer Limonade sind es über 50 g. Bereits mit einer solchen Portionsgröße erreichen viele Menschen die maximal empfohlene tägliche Zuckerzufuhr. Seit 2010 setzt das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN daher mit der „Initiative Zuckerreduktion“ klare Zeichen - mit messbarem Erfolg. Der jährliche SIPCAN-Getränke-Check zeigt: Der durchschnittliche Zuckergehalt in Getränken (ohne Süßstoffe) ist in den letzten 16 Jahren um 22 % von 7,5 g pro 100 ml auf aktuell 5,9 g gesunken.


Parallel dazu ist auch der Zuckerkonsum der Österreicher*innen um 23,3 % zurückgegangen – das entspricht rund sechs Stück Würfelzucker weniger pro Person und Tag. Bemerkenswert ist, dass diese positive Entwicklung ohne den verstärkten Einsatz von Süßstoffen in Getränken erreicht wurde. Der Anteil an süßstoffhaltigen Getränken ist im gleichen Zeitraum nicht gestiegen, sondern sogar leicht gesunken – von 16,6 auf 14,4 %.

 

„Entscheidend ist, dass es sich um eine echte Gewöhnung an weniger süß schmeckende Getränke handelt – und genau darauf kommt es aus gesundheitlicher Sicht an. Denn nur wenn sich Konsument*innen schrittweise an einen weniger süßen Geschmack gewöhnen, kann eine nachhaltig positive Veränderung des Ess- bzw. Trinkverhaltens gelingen. Zudem stehen Süßstoffe wissenschaftlich immer wieder unter Kritik.“

Internist und SIPCAN-Vorstand Dir. Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler.

 


Großbritannien: Zuckerreduktion durch Süßstoffe


Strategien anderer Länder zeigen, wie unterschiedlich Maßnahmen wirken können – ein Blick nach Großbritannien: Der Zucker in Getränken wurde seit Einführung der Zuckersteuer zwar gesenkt, in der Praxis jedoch häufig durch Süßstoffe ersetzt, um den gewohnten süßen Geschmack zu erhalten. Erhebungen zeigen, dass aktuell rund 9 von 10 Erfrischungsgetränken (87,8 %) Süßstoffe enthalten, darunter auch Kindergetränke. Gleichzeitig ist das Verkaufsvolumen von Süßgetränken zwischen 2015 und 2020 um 21,3 % gestiegen. Das heißt: Die Rezeptur hat sich zwar verändert – süße Erfrischungsgetränke werden jedoch noch mehr konsumiert. 

 


Schrittweise Senkung der Zielwerte statt schneller Zuckerersatz


Statt kurzfristiger Maßnahmen setzt SIPCAN auf wissenschaftlich fundierte Zielwerte, die in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz festgelegt werden. Dabei wurden die empfohlenen Zuckergrenzen für Getränke schrittweise von 7,4 g auf aktuell 6,3 g pro 100 ml gesenkt. Heute erfüllt bereits jedes zweite Erfrischungsgetränk diese strengen Kriterien – und dies ohne den Einsatz von Süßstoffen.

2027 folgt der nächste Meilenstein: die Senkung der Zuckergrenze auf 6,0 g pro 100 ml. Dieses Erfolgsmodell der schrittweisen Zuckerreduktion schafft klare Orientierung für die Industrie und für die österreichischen Konsument*innen langfristig ein gesünderes Angebot.

 


Entscheidend ist nicht nur weniger Zucker, sondern auch weniger Süße


Entscheidend ist nicht nur, wie viel Zucker ein Getränk enthält, sondern auch, wie süß es schmeckt. Während der Zuckergehalt in der Nährwerttabelle genau abgelesen werden kann, gibt die Kennzeichnung jedoch keine Auskunft über die Menge an enthaltenen Süßstoffen und die daraus resultierende Süße.

 

„Weniger Zucker bedeutet nicht automatisch weniger Süße, wenn Süßstoffe im Spiel sind. Genau das sollte aus Sicht der Gesundheitsförderung aber das Ziel sein.“

Ernährungswissenschaftler Dr. Manuel Schätzer von SIPCAN



Tipps für die Konsument*innen


  • Achten Sie bei der Getränkewahl nicht nur auf den Zuckergehalt, sondern in der Zutatenliste auch darauf, ob Süßstoffe enthalten sind.

  • Greifen Sie bevorzugt zu Wasser, Mineralwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees und spritzen Sie Fruchtsäfte mit Wasser auf (mind. 1:3 verdünnt).

  • An heißen Sommertagen (wie auch bei körperlicher Aktivität oder Fieber) kann durch Schwitzen der Flüssigkeitsbedarf individuell bis auf die doppelte Menge ansteigen: das bedeutet bis zu 2 Liter Flüssigkeit für Kinder (bis 10 Jahre) und bis zu 3 Liter für Jugendliche und Erwachsene (üblicher Bedarf bei normalen Temperaturen/leichten Aktivitäten: Kinder circa 1 Liter, Jugendliche und Erwachsene mindestens 1,5 Liter).

  • Diese „Tricks“ helfen beim Erreichen der Trinkmenge: Nehmen Sie sich unterwegs immer eine Wasserflasche mit, nutzen Sie den Effekt der Portionsgröße (wir trinken aus größeren Flaschen oder Gläsern eher mehr) und starten Sie bereits in der Früh mit einem großen Glas Wasser in den Tag.

  • Darüber hinaus können gerade im Sommer auch wasserreiche Obst- oder Gemüsesorten wie z.B. Melonen, Gurken, Tomaten oder Erdbeeren einen Beitrag zu einer guten Flüssigkeitsversorgung leisten.

 

Bei der Auswahl von Getränken bietet der SIPCAN Getränke-Check eine praxisnahe Orientierung:



Presseinformation: Heiße Tage, süße Getränke: Österreich reduziert Zucker nachhaltig, ohne Süßstoffe.




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