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Achten Sie auf die Herkunft?

Die Herkunft von Lebensmitteln stellt für viele KonsumentInnen ein wichtiges Kaufkriterium dar – und das seit einigen Jahren zunehmend. Gerade in Zeiten wie diesen schätzen bewusste Verbraucher die heimische, regionale und auch sichere Versorgung mit qualitätsvollen Lebensmitteln.

Während die Herkunftsangabe für (verpacktes) Frischfleisch, Eier oder frisches Obst und Gemüse bereits ohnehin EU-weit verpflichtend angegeben werden muss, gilt diese Transparenz nicht für verarbeitete Lebensmitteln (wie auch Fertig- oder Convenience Produkte). Die Herkunft der Zutaten – auch Fleisch, Obst und Gemüse – muss nicht gekennzeichnet sein. Nicht selten finden sich dabei Angaben wie „Österreichisches Früchtejoghurt“ oder „hergestellt in Österreich“ auf dem Etikett, oftmals grafisch kombiniert mit der Österreichfahne. Wenngleich irrenführende Informationen gesetzlich verboten sind, so suggerieren solche Darstellungen in einem rechtlichen Graubereich häufig, dass auch die Rohstoffe aus Österreich kommen. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein.

Doch damit ist jetzt Schluss: Seit 1. April gilt laut EU-Primärzutatenverordnung eine strengere Regelung, wenn Hersteller mit der geografischen Herkunft eines Lebensmittels werben. Kommt eine Hauptzutat ("Primärzutat") nämlich nicht aus diesem Land, so muss deren Herkunft angegeben werden und zwar auch im gleichen Sichtfeld. Als Hauptzutat gilt dabei jede Zutat, die entweder über 50 % des Lebensmittels ausmacht oder die der Verbraucher mit der Lebensmittelbezeichnung verbindet. Ein gängiges Beispiel dafür stellt Erdbeerjoghurt mit der rot-weiß-roten Fahne am Deckel dar. Ab sofort muss die Herkunft der „Erdbeeren aus Marokko“ nahe der Fahne und gut sichtbar beschrieben sein. Es genügt hier aber auch die Angabe „Erdbeeren aus Nicht-EU“.

Die neue Verordnung ist jedenfalls ein großer Schritt in die richtige Richtung. Kritikpunkte gibt es dennoch. Und was jedenfalls bleibt: Wird werbetechnisch auf Herkunftshinweise verzichtet, so bleibt bei verarbeiteten Lebensmitteln die Frage nach der genauen Herkunft weiterhin offen.

Für weitere Informationen:

VKI – Verein für Konsumenteninformationen

APA Pressemeldung



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