Urlaubszeit ist Erholungszeit...
- Julia Schätzer

- vor 2 Tagen
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Das SIPCAN Team begibt sich in die wohl verdiente Sommerpause – mit ein paar Anregungen und Wissenswertem über Erholung, Urlaube und andere „Inseln“. Wir melden uns wieder gegen Ende August und wünschen eine rundum feine Zeit!

Urlaub ist nicht nur eine willkommene Möglichkeit der Arbeit zu entfliehen. Urlaub ist auch eine Gelegenheit, sich neu auszurichten, zu erholen und Kraft zu schöpfen. Indem wir uns aus unserem gewohnten Arbeitsumfeld zurückziehen, gönnen wir uns den Raum und die Zeit, uns vorübergehend von beruflichen Verpflichtungen und Erwartungen zu lösen und zur Ruhe zu kommen. Gerade in unserer digitalen, schnelllebigen Gesellschaft ist dies wichtiger als je zuvor.
Sich von der Arbeit abzukoppeln, Aktivitäten nachzugehen, die Freude bereiten oder einfach mal nur die Seele baumeln zu lassen, ist eine der besten Möglichkeiten wieder kreativer zu werden, bessere Entscheidungen zu treffen und die Konzentration zu steigern. Wenn wir viel Stress haben, produziert unser Körper mehr Kortisol. Kortisol beeinträchtigt die Fähigkeit unseres Gehirns, Informationen zu verarbeiten und zu speichern, was dazu führen kann, dass wir leichter kognitiv überlastet sind und uns noch mehr gestresst fühlen. Urlaube können eine Möglichkeit sein, diesen Teufelskreislauf zu durchbrechen und unser Gehirn sozusagen „zurückzusetzen“.
Raus aus dem Alltag, weg von den Routinen, neue Umgebungen… das alles fördert die Neuroplastizität unseres Gehirns. Das bedeutet: Unser Gehirn bildet als Reaktion auf ungewohnte Eindrücke, Geräusche, soziale Situationen und Umgebungen neue neuronale Verbindungen, die uns dabei unterstützen verschiedenen Perspektiven betrachten zu können und unsere Problemlösefähigkeit fördern. Aber auch die Urlaubsaktivitäten selbst wirken sich auf unser Gehirn aus. Egal, ob man eine neue Stadt entdeckt, die Natur genießt, ein gutes Buch liest oder einen Berg erklimmt – das alles hinterlässt positive neuronale Spuren und führt zur Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin, Dopamin und Endorphinen und reduziert den Spiegel einiger Stresshormone.
Die Erholungstheorie geht davon aus, dass der Aufenthalt in einer anderen Umgebung als der gewohnten nicht nur unsere mentalen, sondern auch unsere emotionalen Ressourcen wieder aufbaut. Urlaube – sofern sie eine echte Auszeit sind – stärken demnach auch unsere psychische Widerstandskraft – unsere Resilienz, indem...
dauerhafte Stressmuster unterbrochen werden
das parasympathische Nervensystem aktiviert wird
Spontanität und kognitive Flexibilität gefördert wird
das Gefühl von Selbstbestimmung und Sinn wiederhergestellt wird.
Mittlerweile weiß man auch, dass auch Kurzurlaube dazu führen, dass das wahrgenommene Stress- und Belastungsniveau sinkt und Erholung sowie Wohlbefinden zunehmen. Eine Studie aus dem Jahr 2018, bei der die Auswirkungen von Kurzurlauben von vier Nächten auf Wohlbefinden, Stressempfinden und Erholung untersucht wurde, zeigte zudem, dass die positiven Effekte auf Wohlbefinden und Belastung auch 45 Tage nach dem Urlaubsende noch anhalten.
Damit ein Urlaub tatsächlich zur Erholung beiträgt, ist es wichtig, auch mental Abstand von der Arbeit zu gewinnen. Wer weiterhin berufliche E-Mails liest, Anrufe beantwortet oder ständig erreichbar bleibt, nimmt einen Teil der alltäglichen Belastung mit in die Auszeit. Hilfreich ist es daher, die Abwesenheit gut vorzubereiten, Aufgaben zu übergeben und Benachrichtigungen auf beruflichen Geräten auszuschalten. Das Diensthandy kann bewusst beiseitegelegt oder ganz ausgeschaltet werden. Erst wenn die Arbeit nicht nur räumlich, sondern auch gedanklich in den Hintergrund tritt, können Körper und Psyche ihre Ressourcen besser wieder aufbauen.
Auch für Menschen, die aktuell keinen Urlaub machen können, gibt es Möglichkeiten, sich kleine Erholungsinseln im Alltag zu schaffen:
Brechen Sie bewusst Routinen: Nehmen Sie einen anderen Weg nach Hause, verbringen Sie Ihre Mittagspause an einem neuen Ort oder erledigen Sie eine Arbeitsaufgabe in einer ungewohnten Umgebung. Solche Veränderungen können neue Perspektiven eröffnen und das Gefühl von Monotonie reduzieren.
Nehmen Sie sich kurze mentale Auszeiten: Dabei geht es darum, die Aufmerksamkeit für einige Minuten bewusst vom nächsten Termin oder der To-do-Liste zu lösen, das Handy beiseitezulegen und ganz im gegenwärtigen Moment zu sein. Ein Spaziergang, eine kurze Atemübung oder einige ruhige Minuten ohne Ablenkung können bereits helfen, den Kopf freizubekommen.
Solche kleinen Erholungspausen ersetzen keinen längeren Urlaub. Sie können aber dazu beitragen, Belastungen im Alltag besser auszugleichen, statt Erholung ausschließlich auf die nächste Auszeit zu verschieben.
In diesem Sinne: schönen Urlaub und jedenfalls gute Erholung!




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