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Mit Energie durch den Herbst

Autorenbild: Jules Schätzer
Jules Schätzer
vor 10 Minuten
4 Min. Lesezeit

Wenn die Tage kürzer werden, geraten oft auch Energie und Motivation ins Herbsttief. Doch schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, Körper und Geist in Schwung zu halten. Wir zeigen, wie Sie auch in der dunkleren Jahreszeit aktiv bleiben und Ihr Wohlbefinden stärken.

 


eine Frau sitzt in entspannter Yogahaltung im Herbstwald und tankt Energie

 


Für viele Menschen gehört der Herbst zu den schönsten Jahreszeiten. Die Hitze ist endlich überstanden, die Natur verändert ihre Farben und nach einem oft sehr aktiven Sommer kehrt langsam wieder mehr Ruhe in den Alltag ein. Und trotzdem macht sich der Wechsel der Jahreszeiten oft unangenehm bemerkbar: Morgens fällt das Aufstehen schwerer, das nachmittägliche Energietief scheint unausweichlich, die Motivation für Bewegung nimmt ab und selbst Verabredungen, auf die man sich im Sommer gefreut hätte, wirken plötzlich weniger verlockend. Unser Körper reagiert dabei auf die veränderten Umweltbedingungen – allen voran auf die kürzer werdenden Tage und die geringere Menge an Tageslicht. Die gute Nachricht: Wir können einiges dafür tun, Energie, Motivation und Wohlbefinden auch in der dunkleren Jahreszeit möglichst aufrecht zu halten.

 


Tageslicht am Morgen bewusst nutzen


Eine der einfachsten Maßnahmen ist gleichzeitig eine der wichtigsten: möglichst viel natürliches Tageslicht – idealerweise bereits am Morgen. Licht am Morgen hilft unserer inneren Uhr dabei, den Tag zu „starten“ und unterstützt einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus. Deshalb kann es gerade im Herbst sinnvoll sein morgens möglichst bald die Vorhänge oder Jalousien zu öffnen, einen Teil des Arbeits- oder Schulweges zu Fuß zurückzulegen oder einen kurzen Spaziergang am Vormittag einzuplanen. Dabei muss die Sonne nicht scheinen. Auch an einem bewölkten Herbsttag ist die Lichtintensität im Freien in der Regel deutlich höher als in Innenräumen.

 


Bewegung beibehalten – auch wenn die Motivation nachlässt


Im Sommer bewegen wir uns ganz automatisch mehr. Wir fahren mit dem Fahrrad, gehen spazieren, verbringen Abende draußen oder unternehmen am Wochenende Ausflüge. Mit sinkenden Temperaturen und früher einsetzender Dunkelheit gehen viele dieser Bewegungsmöglichkeiten verloren – zumindest dann, wenn wir sie nicht bewusst in den Alltag integrieren.

Gerade jetzt lohnt es sich deshalb, Bewegung nicht ausschließlich von der spontanen Motivation abhängig zu machen. Das bedeutet nicht, dass jede Art der körperlichen Aktivität zu einer intensiven Sporteinheit werden muss. Im Gegenteil - auch moderate Bewegung zählt: Ein Spaziergang nach dem Mittagessen, der Weg zu Fuß zum Einkaufen, eine kurze Runde mit dem Fahrrad, Yoga, Mobilitätsübungen oder leichtes Krafttraining können helfen, aktiv zu bleiben.

Besonders in Phasen, in denen wir uns weniger energiegeladen fühlen, kann es sinnvoll sein, die Einstiegshürde bewusst niedrig zu halten. Zehn Minuten Bewegung sind immer noch besser als gar keine.

 


Raus in die Natur


Die herbstlichen, wieder etwas kühleren Temperaturen sind für viele Menschen ideal für Bewegung im Freien. Spaziergänge, Wanderungen, Gartenarbeit oder einfach Zeit im Grünen sind nicht nur gut für unser Herz-Kreislauf-System, sondern tragen auch zu unserer mentalen Erholung bei. Vielleicht lässt sich deshalb eine einfache Herbstregel etablieren: Jeden Tag zumindest einmal bewusst nach draußen gehen und die Seele in farbenfrohen Herbstwäldern oder Parks mit bunten Laubbäumen und Sträuchern baumeln lassen!

 


Soziale Kontakte nicht in den Winterschlaf schicken


Mit dem Herbst verändert sich häufig auch unser Sozialleben. Im Sommer entstehen Kontakte oft fast automatisch. Wir treffen Menschen im Gastgarten, am See, sitzen am Abend draußen, machen Ausflüge oder verabreden uns spontan. Wenn es früher dunkel und kühler wird, ziehen wir uns dagegen leichter zurück. Dabei sind soziale Beziehungen eine wichtige Ressource für unser psychisches Wohlbefinden und auch für unsere Resilienz. Menschen, auf die wir uns verlassen können, gemeinsame Aktivitäten und das Gefühl sozialer Verbundenheit können uns gerade in belastenden Phasen Stabilität geben. Es lohnt sich deshalb, soziale Kontakte auch im Herbst bewusst zu pflegen. Das kann ein wöchentlicher fixer gemeinsamer Spaziergang sein, ein regelmäßiges Abendessen mit Familie oder Freunden, ein gemeinsamer Sporttermin oder auch die Teilnahme an Vereinsaktivitäten.

 


Essen und Trinken nicht vergessen


Auch unsere Ernährungsgewohnheiten verändern sich häufig mit den Jahreszeiten. Wenn es draußen kälter wird, wächst bei vielen Menschen die Lust auf warme und sättigende Speisen. Suppen, Eintöpfe oder warme Getreidegerichte können eine hervorragende Möglichkeit sein, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte vermehrt in den Speiseplan einzubauen. Auch wenn abseits der sommerlichen Hitze das Durstgefühl im Herbst nachlässt, ist eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung in den kühleren Jahreszeiten ebenfalls wichtig. Mit den sinkenden Temperaturen kommt oft der Gusto auf Tees wieder, die ungesüßt als wohlig wärmender Durstlöscher dienen.

 


Manchmal steckt auch mehr dahinter


Bei rund ein bis zehn Prozent der europäischen Bevölkerung gehen die saisonalen Veränderungen deutlich über eine vorübergehende Herbstmüdigkeit hinaus. Hinter ausgeprägter Niedergeschlagenheit, starkem Antriebsmangel, Lust- und Freudlosigkeit sowie anhaltender Müdigkeit, die insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten wiederkehren, kann auch eine saisonal abhängige Depression stecken. Wer solche Beschwerden bei sich bemerkt, sollte sie ernst nehmen und bei anhaltenden oder ausgeprägten Symptomen professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

 


Was hat mir im Sommer gut getan?


Unabhängig davon, wie stark wir auf die dunklere Jahreszeit reagieren, lohnt es sich, den Blick auf die eigenen Gewohnheiten zu richten. Gerade der Übergang vom Sommer in den Herbst bietet eine gute Gelegenheit, sich bewusst zu machen, welche Aktivitäten und Routinen in den vergangenen Monaten zu unserem Wohlbefinden beigetragen haben. Nicht alles lässt sich unverändert in die kalte Jahreszeit übertragen. Vieles können wir aber mit kleinen Anpassungen beibehalten. Entscheidend ist, jene Gewohnheiten zu erkennen, die uns guttun, und ihnen auch im Herbst bewusst einen Platz in unserem Alltag zu geben.

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