
Übergewicht und Adipositas verstehen
Ein zu hohes Körpergewicht lässt sich nicht immer einfach einordnen. Umso wichtiger ist es, den Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas zu kennen und die eigene Situation besser einschätzen zu können.
Vier zentrale Fragen:
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Wo liegt der Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas?
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Wie kann ich feststellen, ob ich betroffen bin?
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Welche gesundheitlichen Folgen kann ein zu hohes Körpergewicht haben?
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Was kann ich als Betroffene*r tun?

Was beeinflusst die Gewichtsregulation?
Übergewicht und Adipositas haben vielfältige Ursachen. Dazu zählen genetische, psychologische und sozioökonomische Faktoren. Eine wesentliche Rolle spielt außerdem die individuelle Energiebilanz – also wie viel Energie über Nahrung und Getränke aufgenommen und durch körperliche Aktivität verbraucht wird.
Wer mehr Energie aufnimmt, als der Körper verbraucht, speichert den Überschuss in Form von Körperfett. Umgekehrt muss der Energieverbrauch langfristig über der Energiezufuhr liegen, wenn Gewicht reduziert werden soll.
Dabei spielen auch Alltag, Gewohnheiten und das persönliche Lebensumfeld eine wichtige Rolle.
Ab wann ist man übergewichtig oder adipös?
Ob man übergewichtig oder adipös ist, kann einfach durch den Body-Mass-Index (BMI) festgestellt werden. Dabei wird das Körpergewicht durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat dividiert:
BMI = kg / m²
Beispiel:
70 kg bei 1,70 m Körpergröße → BMI = 70 / 1,70² = 24,2
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Übergewicht: BMI über 25
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Adipositas: BMI ab 30
Der BMI bietet eine erste Orientierung. Für eine genauere Beurteilung des Erkrankungsrisikos ist auch entscheidend, wie hoch der Anteil an Körperfett ist und wo dieses sitzt.
Dazu können Methoden zur Ermittlung der Körperzusammensetzung eingesetzt werden (z. B. BIA, DEXA oder BodPod), aber auch eine einfache Bauchumfangsmessung liefert wichtige Hinweise. Fett im Bauchraum kann sich besonders ungünstig auf die Gesundheit auswirken, da es verschiedene Stoffe freisetzt, die den Körper belasten.
Wichtig zu wissen: Adipositas ist eine chronische Erkrankung.
Welche Folgen kann ein zu hohes Körpergewicht haben?
Übergewicht und Adipositas können das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen – sowohl direkt als auch indirekt, indem sie bestimmte Risikofaktoren im Körper begünstigen.
Dazu zählen unter anderem:
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Bluthochdruck
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erhöhte Blutfettwerte
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erhöhte Blutzuckerspiegel und eine verminderte Insulinresistenz
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vermehrte Entzündungsreaktionen
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Entstehung einer Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“)
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Belastung des Bewegungsapparates
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psychische Belastung durch gewichtsbezogene Benachteiligung
All das begünstigt wiederum die Entstehung von Erkrankungen. Dazu zählen unter anderem:
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Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall
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Lungenerkrankungen wie Asthma oder die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
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diverse Krebserkrankungen
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psychische Erkrankungen wie Angstzustände oder Depressionen
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erhöhte Anfälligkeit für und erschwerter Verlauf von Infektionskrankheiten
Was bedeutet das für Betroffene?
Der Schlüssel für das Erreichen eines gesünderen Körpergewichts ist ein langfristiges Energiedefizit. Einfach ausgedrückt: mehr Bewegung und eine kalorienreduzierte, bewusstere Ernährung. Dabei geht es nicht nur darum, weniger zu essen, sondern vor allem darum, den Körper weiterhin mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Wichtig ist: Es geht nicht um kurzfristige Maßnahmen oder Verbote, sondern um Veränderungen, die langfristig in den Alltag passen und gut umsetzbar sind.
Bewegung
Ernährung
Verhalten
und Psyche
In bestimmten Fällen können auch Medikamente oder chirurgische Eingriffe (z. B. eine Magenverkleinerung) notwendig werden. Entscheidend sind eine professionelle Beratung und Begleitung.
Adipositas ist eine chronische Erkrankung.
Eine langfristig erfolgreiche Therapie umfasst die drei Säulen:
Onlineangebote wie der Adipositas Hilfe-Kompass oder die Webseite www.abnehmen.at können dabei helfen, die richtige Anlaufstelle in der eigenen Region zu finden.
