top of page

Ein Hoch auf den Morgensport

Wir haben gute Nachrichten für Morgensportler! Eine neue Analyse von Daten aus der britischen Biobank zeigt, dass körperliche Aktivität am Morgen mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko verbunden ist als Bewegung um die Mittagszeit oder am Abend.



Es ist allgemein bekannt, dass regelmäßiger Ausdauersport das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Niederländische Wissenschaftler publizierten nun kürzlich im European Journal of Preventive Cardiology eine Studie, die zeigte, dass der Effekt von Ausdauersport auch vom Trainingszeitpunkt abhängt. Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler Daten aus der UK Biobank. Die UK Biobank ist eine groß angelegte biomedizinische Datenbank, die detaillierte genetische und gesundheitliche Informationen von einer halben Million britischer Teilnehmer*innen enthält und Forscher*innen weltweit für wissenschaftliche Studien zugänglich ist.


Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler die Daten von über 80.000 Personen im Alter von 42 bis 78 Jahren (Durchschnittsalter 62 Jahre). 58 % der Teilnehmer*innen waren Frauen. Die Teilnehmer*innen trugen an sieben aufeinander folgenden Tagen einen Aktivitätsmesser am Handgelenk, der die tägliche körperliche Aktivität inklusive der Tageszeit erhob. Während der sechs- bis achtjährigen Nachbeobachtungszeit entwickelten 2.911 Teilnehmer*innen eine koronare Herzkrankheit und 796 erlitten einen Schlaganfall.


Im Rahmen der Datenanalyse wurden die Teilnehmer*innen in Bezug auf den Zeitpunkt ihrer körperlichen Bewegung in vier Gruppen eingeteilt, je nachdem, wann sie am aktivsten waren: 1) mittags, 2) frühmorgens, 3) spätmorgens und 4) abends. Der Zusammenhang zwischen der Hauptaktivitätszeit und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde immer mit jener Gruppe verglichen, die mittags am aktivsten waren. Das waren die Ergebnisse: Jene Teilnehmer*innen, die am frühen oder späten Morgen am aktivsten waren, hatten ein um 11 % bzw. 16 % geringeres Risiko für das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit. Darüber hinaus hatten diejenigen, die am späten Vormittag am aktivsten waren, ein um 17 % geringeres Schlaganfallsrisiko als die Vergleichsgruppe.

Die Ergebnisse waren unabhängig vom Gesamtumfang der täglichen Aktivität und davon, ob sich die Personen als Morgen- oder Abendmenschen bezeichneten.

Bei einer nach Geschlecht getrennten Analyse der Ergebnisse stellten die Wissenschaftler fest, dass die Ergebnisse bei Frauen besonders ausgeprägt waren. So hatten Frauen, die am frühen oder späten Vormittag am aktivsten waren, im Vergleich zur “Mittagsgruppe“ ein um 22 % bzw. 24 % geringeres Risiko für das Auftreten einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Darüber hinaus hatten Frauen, die am späten Vormittag am aktivsten waren, ein um 35 % geringeres Risiko für einen Schlaganfall.


Die Ergebnisse aus dieser Studie ergänzen die Erkenntnisse über den gesundheitlichen Nutzen von körperlicher Aktivität und deuten darauf hin, dass Bewegung am Morgen, insbesondere am späten Vormittag, am vorteilhaftesten sein könnte.


Allgemein empfiehlt die WHO neben zwei Einheiten Krafttraining jede Woche mindestens 150 bis 300 Minuten Ausdauersport bei mittlerer Intensität oder alternativ dazu 75 bis 150 Minuten mit höherer Intensität. Es ist natürlich klar, dass es für Menschen, die noch mitten im Arbeitsleben stehen, eine zeitliche Herausforderung ist Sport am Vormittag zu absolvieren. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen: Jedes Training, egal zu welcher Uhrzeit, bringt positive Effekte für die Gesundheit. Darüber hinaus ist es auch immer wichtig, beim Sport die individuell ideale Tageszeit für Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden zu berücksichtigen.

Comentarios


bottom of page