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Beinahe jede dritte Schule ohne Pausenverkauf

Schlechtere Essensversorgung an Schulen durch Pandemie

Presseinformation, 29.11.2023


Für viele Schüler*innen ist das Schulbuffet eine wichtige Möglichkeit, sich mit einer Jause zu versorgen. Eine Erhebung zeigt: Während der Corona-Pandemie war dieser Pausenverkauf an zwei von drei Schulen (ab der Sekundarstufe) nicht gesichert. Auch nach der Pandemie gibt es in beinahe jeder dritten Schule keinen Pausenverkauf. Damit haben über 125.000 Schüler*innen keinen Zugang zu einer Zwischenmahlzeit in der Schule, wenn sie diese nicht selbst mitbringen. Hinzu kommt, dass nur jede fünfte Schule für ihr gesundes Speisen- und Getränkeangebot ausgezeichnet ist. Eine neue Initiative von SIPCAN berät Schulbuffets kostenlos in ganz Österreich.


Schulbuffetbetreiber mit Auszeichnung

Österreichweit sitzt im Durchschnitt in jeder zweiten Schulbank ein übergewichtiges Kind. Ein Grund, der Übergewicht begünstigen kann, ist ein hoher Konsum ungesunder Snacks. Studien zeigen aber auch: Auch wer Zwischenmahlzeiten auslässt, hat ein größeres Risiko übergewichtig zu sein. Für sehr viele Kinder und Jugendliche stellt der Pausenverkauf innerhalb der Schule eine wichtige Möglichkeit dar, sich von der Früh bis über Mittag mit einer Jause zu versorgen. Dass es an der Schule einen Pausenverkauf gibt, ist aber nicht selbstverständlich. Die Corona-Pandemie machte mit ihren wirtschaftlichen Herausforderungen auch an den Verpflegungsbetrieben der Schulen nicht halt. Um die Verpflegungssicherheit der Kinder und Jugendlichen an Österreichs Schulen und den Einfluss der Pandemie darauf zu erfassen, initiierte das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN vor, während und nach der Pandemie eine österreichweite repräsentative Erhebung.


Corona-Pandemie: Verpflegung an zwei von drei Schulen nicht gesichert

Die Untersuchung erfolgte durch drei repräsentative Befragungen von jeweils über 300 Schulen ab der Sekundarstufe (Mittelschulen, Gymnasien und weiterführenden Schulen), da in Österreich erst ab der 5. Schulstufe ein Pausenverkauf angeboten wird. Die Ergebnisse zeigten: Drei von vier Schulen (75 %) waren von Veränderungen bei der Verpflegung der Kinder betroffen. An jeder dritten Schule (31 %) konnte den Schüler*innen überhaupt keine Vormittagsverpflegung angeboten werden. An weiteren 34 % der Schulen waren die Verkaufszeiten stark eingeschränkt. Das bedeutet also: Es gab an zwei von drei Schulen keine oder eine nur sehr eingeschränkte Versorgung. Dies betraf über 290.000 Schüler*innen in ganz Österreich.


Essensversorgung an Schulen heute schlechter als vor der Pandemie

Die Auswirkungen der Coronapandemie führten dazu, dass sich die Versorgungslage bis heute verschlechtert hat: Stand den Kindern und Jugendlichen vor der Pandemie noch an acht von zehn Schulen (81 %) ein Pausenverkauf zur Verfügung, trifft dies aktuell nur mehr auf sieben von zehn Schulen (71 %) zu. „Das heißt: Beinahe jede dritte Schule (drei von zehn) hat keinen Pausenverkauf. Damit haben rund 125.000 Schüler*innen in ihren Schulen am Vormittag keinen Zugang zu Essen, wenn sie ihre Jause nicht von zuhause mitbringen oder bereits am Schulweg organisiert haben. Vor der Pandemie war immerhin nur jede fünfte Schule ohne Pausenverkauf.“ so Dr. Manuel Schätzer, Studienleiter bei SIPCAN. Der Rückgang betrifft vor allem Mittelschulen und kleinere Schulen, die sehr häufig von „fliegenden Händlern“, zumeist Bäckereien, versorgt werden. Wurde der Pausenverkauf vor der Pandemie noch in 39 % aller Schulen von Bäckereien abgewickelt, sind diese aktuell nur mehr in 22 % der Schulen vertreten.


Keine Kontrolle des Angebots in acht von zehn Schulen

Gleichzeitig zeigt die Erhebung auch, dass aktuell an acht von zehn Verkaufsstandorten keine offizielle Kontrolle erfolgt, ob die angebotenen Speisen und Getränke ein gesundes Essverhalten unterstützen. Der Anteil an Schulbuffets, die für ihr gesundheitsförderliches Angebot ausgezeichnet sind, sank von 22 % vor auf 20 % nach der Pandemie. Hochverarbeiteten Lebensmitteln wie Mehlspeisen, Wurstwaren und Süßigkeiten ist damit Tür und Tor geöffnet. „Immer mehr Studien zeigen, wie wichtig es ist, den Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren, weil diese mit Übergewicht assoziiert sind und das Risiko adipös zu werden um bis zu 79 % steigern können. Eine Beratung und Begleitung von Verpflegungsanbietern in Schulen zur Optimierung ihres Speisenangebots ist daher wichtiger denn je.“ appelliert Univ.-Prof. Prim. Dir. Dr. Friedrich Hoppichler, Vorstand von SIPCAN, Internist und Ärztlicher Direktor des öffentlichen Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Salzburg. Österreich liegt aktuell beim Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln klar über dem EU-Schnitt: Hierzulande wird beinahe ein Drittel der täglichen Energie über derartige Lebensmittel abgedeckt. „Wenn man die gängigen, großen Portionen vieler Mehlspeisen, Süßigkeiten & Co berücksichtigt, ist diese Problematik für Kinder nochmal erhöht.“ so der Mediziner Hoppichler.


SIPCAN berät kostenlos und österreichweit mit dem digitalen Schulbuffet-Check

Um dem entgegenzuwirken, hat SIPCAN eine österreichweite Initiative gestartet. „Wir bieten Schulen und Verpflegungsbetrieben an, sich mit dem digitalen Schulbuffet-Check kostenlos beraten zu lassen. Unser Ziel ist es den Pausenverkauf so zu optimieren, dass dieser eine gesundheitsförderliche Wahl unterstützt, für die Schüler*innen weiterhin attraktiv und für den Verpflegungsbetrieb zugleich wirtschaftlich erfolgreich bleibt.“ betont der Ernährungswissenschafter Schätzer. Die Schulen werden von den Expert*innen von SIPCAN bei allen Schritten auf ihrem Weg digital begleitet. „Dies ist eine sehr erfolgreiche Methode, die von SIPCAN bereits wissenschaftlich getestet und publiziert wurde. In diesem Schuljahr ist es uns nun erstmals möglich, diesen Service Schulen in ganz Österreich zugänglich zu machen.“ ergänzt Schätzer.


Ziel ist es langfristig zur Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen beizutragen und den Kindern und Jugendlichen eine gesunde, schmackhafte sowie attraktive Verpflegung zu ermöglichen. Neben dem langfristigen Effekt, dass eine ausgewogene pflanzenbasierte Ernährung viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt, hilft eine ausgewogene Zwischenmahlzeit aber auch unmittelbar an jedem einzelnen Schultag. Denn Untersuchungen zeigen klar, dass sich die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit damit positiv beeinflussen lässt. Ein Vorteil für alle – Schüler*innen, Pädagog*innen und Eltern.


Interessierte Schulen bzw. Schulbuffets können sich hier informieren und anmelden: www.sipcan.at/schulbuffetcheck



Hinweis: Die Umsetzung des digitalen Schulbuffet-Checks erfolgt mit freundlicher Unterstützung von Novo Nordisk.



Kontakt:

Mail: office@sipcan.at

Mobil: 0664/13 82 258

Web: www.sipcan.at



Download der Pressemeldung:

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