Hintergrundinformationen zum Thema Wasser

Hier finden Sie einige wichtige Informationen rund um das Thema Wasser. 

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Wasser ist Leben

 

Der Weltwassertag findet jedes Jahr am 22. März statt und macht international auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit aufmerksam. 
Ungefähr zwei Drittel unserer Erde sind mit Wasser bedeckt. Der Großteil ist Salzwasser, nur etwa 2,5 Prozent sind Süßwasser. Süßwasser steht allerdings nur begrenzt als Trinkwasser für uns zur Verfügung, da das meiste als Eis am Nord- bzw. Südpol gebunden ist.

​Sauberes Trinkwasser, das wir aus unseren Seen, Flüssen, Bächen und insbesondere dem Grundwasser gewinnen, ist daher äußerst wertvoll – denn alle lebenden Organismen, egal ob Pflanzen, Tiere oder wir Menschen, brauchen Wasser zum Leben. So kann ein Mensch mehrere Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur wenige Tage ohne Flüssigkeit.

 

Warum Wasser wichtig ist

Unser Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser. Es durchdringt jede Körperzelle und regelt alle Funktionen und Vorgänge im Körper. 

Wasser ist …
 

  • … Baustoff:
    Wasser ist neben Eiweiß und Mineralstoffen der wichtigste Baustoff in unserem Körper. Je nach Lebensweise, Ernährung, Geschlecht und Alter bestehen wir zu 50 bis 80 Prozent aus Wasser: Bei Neugeborenen liegt der Anteil bei 80 Prozent, bei Kindern bei 60 bis 70 Prozent, und bei Erwachsenen bei 50 bis 60 Prozent. Das ist also deutlich mehr als die Hälfte unseres Körpergewichts!

  • … Transport- und Lösungsmittel:
    Im Blut und der Lymphflüssigkeit sorgt Wasser für die Verteilung und den Transport von wichtigen Stoffen und Zellen von einem Ort zum anderen. So können auch Abfallprodukte des Stoffwechsels oder auch Schadstoffe entsorgt werden, z.B. über den Urin.

  • … Kühlmittel:
    Der menschliche Körper kann nur unter einer konstanten Temperatur reibungslos funktionieren. Erhöht sich die Körpertemperatur durch Anstrengung oder Erkrankung, wird durch die Aktivierung des Wasser-Kühlsystems bzw. die Produktion von Schweiß rasch Wärme abgeleitet. Die Körpertemperatur kann so reguliert werden, unabhängig wie kalt oder warm es außerhalb des Körpers ist.

  • … Reaktionspartner:
    ​In unseren Körperzellen laufen ständig chemische Reaktionen ab (z.B. bei der Energiegewinnung aus Nahrung), wo Wasser beteiligt ist oder die durch Wasser überhaupt erst möglich sind.


Außerdem hat eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung einen positiven Einfluss auf unsere Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Wir sind aufmerksamer und leistungsfähiger, wenn wir regelmäßig trinken. Das betrifft Erwachsene genauso wie Kinder. Richtiges Trinken sollte daher fixer Bestandteil im Alltag sein, und das Trinkverhalten von Anfang an richtig eingeübt bzw. angewöhnt.

 

Wie hoch ist unser Wasserbedarf?

Wir verlieren ständig Wasser – über die Atmung, den Urin, den Stuhl und über den Schweiß. Damit der persönliche Wasserhaushalt in Balance und damit alle Körperfunktionen aufrecht erhalten bleiben, muss der Wasserverlust konsequent ausgeglichen werden. Während Kinder im Alter bis 10 Jahren mit 1 Liter Flüssigkeit pro Tag auskommen, sollten Jugendliche und Erwachsene mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken. Einen Teil des Wasserbedarfs nehmen wir auch über die Nahrung auf. 

An einem heißen Sommertag, bei körperlicher Aktivität oder bei Fieber kann der Flüssigkeitsverlust über die Haut mehr als ein Liter betragen. Der Wasserbedarf steigt dann bis auf die doppelte Menge an! Auch Durchfall oder Erbrechen erhöhen den Wasserverlust und damit den Bedarf.

 

Was passiert, wenn man zu wenig trinkt?

 

Durst ist eigentlich schon ein Alarmsignal, denn während der Körper bei Hunger auf Reserven zurückgreifen kann, ist dies beim Wasserhaushalt nicht so leicht möglich. Ein Durstgefühl entsteht bereits, wenn der Wasserverlust etwa 0,5 % des Körpergewichts übersteigt (das sind bei einem 50 kg schweren Jugendlichen ca. 250 ml Flüssigkeit). 

Schon ab einem Flüssigkeitsverlust von ca. 2 % des Körpergewichts kann es zu einer Beeinträchtigung der Wahrnehmung sowie der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit kommen und das kann sich schnell negativ auf die Schulleistungen auswirken. Oft liegt auch die Ursache von Kopfschmerzen oder Schwindel und Kreislaufbeschwerden an einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr.
 

  • Beispiele für Symptome bei leichtem Flüssigkeitsdefizit: 
    Durst, Unbehagen, Appetitlosigkeit, Ungeduld, verzögerte Wahrnehmung, Konzentrationsschwäche

  • Beispiele für ein stärkeres Flüssigkeitsdefizit:
    ​Kribbeln in den Gliedern, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Verwirrtheitszustände,  Ausbleiben der Speichelbildung.


Ungünstige Trinkgewohnheiten sind also keine harmlose Angelegenheit. Mit einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr sind auch vermehrte Fehlerquoten und damit z.B. auch ein erhöhtes Unfallrisiko verbunden. So kann ein Viertelliter zu wenig Flüssigkeit darüber entscheiden, ob man als Autofahrer auf ein Kind, das über den Zebrastreifen gehen will, rechtzeitig reagiert oder nicht.

 

Tipps für ein optimales Trinkverhalten im Elternhaus

Es ist besonders wichtig, dass Eltern ihr Kind dabei unterstützen ausreichend zu trinken, denn ein optimales Trinkverhalten sollte fixer Bestandteil im Elternhaus sein und idealerweise von Anfang an richtig eingeübt bzw. angewöhnt werden. 
Wertvolle Tipps, die an Eltern weitergegeben werden können:

  • Nutzen Sie Ihre Vorbildwirkung aus:
    Trinken auch Sie regelmäßig Wasser und andere ideale Durstlöscher wie Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder gern auch einmal einen gespritzten Fruchtsaft (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser).

  • Trinken zu fixen Zeiten:
    Bieten Sie Wasser zu fixen Zeiten an, z.B. zu jeder Mahlzeit, vor der Hausaufgabe, beim Fernsehen…. Beginnen Sie am besten schon beim Frühstück mit einem Glas Wasser. ​

  • Zwischendurch trinken:
    Zu Hause sollte immer ein Wasserkrug oder -glas bereit stehen. Erinnern Sie Ihr Kind beim Lernen, aber auch beim Spielen und beim Sport immer wieder ans Trinken.​

  • Trinken unterwegs: 
    Eine wieder befüllbare Wasserflasche sollte nicht nur in der Schule, sondern auch unterwegs am Nachmittag immer dabei sein. Legen Sie bei Familienausflügen gezielt Trinkpausen ein.​​

  • Süß-Trinker langsam entwöhnen:
    ​Gewöhnen Sie sich und/oder Ihr Kind langsam an eine geringere Süße. Achten Sie bei der Getränkewahl auf die SIPCAN Orientierungskriterien (maximal 6,7 g Zucker pro 100 ml und keine Süßstoffe) und verwenden Sie Säfte, die Sie immer stärker mit Wasser verdünnen oder Tees mit immer geringerem Zuckerzusatz. Bieten Sie dazwischen immer öfter pures Wasser an. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Umstellung braucht Zeit. Dann verlangt der Körper am liebsten nur mehr Wasser zum Durstlöschen.


Wichtig dabei ist, dass regelmäßig über den Tag verteilt Wasser oder andere ideale Durstlöscher getrunken werden, um eine optimale Flüssigkeitsversorgung zu garantieren und so die positiven Effekte auf Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit zu erhalten.

 

Wasser in vielen Arten

Wasser kann verschiedene Namen haben. Doch worin unterscheiden sich diese?
 

  • Leitungswasser:
    Das Leitungswasser in Österreich wird ausschließlich aus geschützten Grundwasservorkommen gewonnen (Brunnen und Quellen). Unsere Wasserqualität ist so ausgezeichnet, dass nur etwa 7 % des Trinkwassers in Österreich aufbereitet werden müssen. Das Leitungswasser wird regelmäßig gemäß den strengen Kriterien der Trinkwasserverordnung überprüft.

  • Mineralwasser:
    Natürliches Mineralwasser ist Wasser, das seinen Ursprung in einer unterirdischen, vor jeder Verunreinigung geschützten, Quelle hat. Die Inhaltsstoffe dürfen nur unwesentlich schwanken. Es dürfen auch keine weiteren Stoffe zugesetzt werden und es darf nicht behandelt werden. Mineralwasser muss entweder direkt am Quellort oder in unmittelbarer Nähe in Flaschen abgefüllt werden.

  • Quellwasser:
    Auch das Quellwasser muss aus einem unterirdischen geschützten Wasservorkommen stammen und am Quellort abgefüllt werden. Allerdings braucht es keine amtliche Anerkennung und muss daher keine Mindestmineralstoffmenge enthalten.

  • Tafelwasser:
    Tafelwasser ist kein Naturprodukt, sondern wird aus verschiedenen Wasserarten gemischt und so industriell hergestellt. Es gibt keine Anforderungen an den Mineralstoffgehalt, aber es muss den Trinkwasser-Richtlinien entsprechen. Im Tafelwasser können eine oder mehrere der folgenden Zutaten zugesetzt sein: Sole, Salz bzw. Salzlösungen, Kohlensäure. Liegt der Kohlensäuregehalt über 4 g/l kann Tafelwasser auch als Sodawasser bezeichnet werden.

  • Heilwasser:
    ​Heilwasser ist eine besondere Art von Mineralwasser. Die Mineralstoffzusammensetzung soll bei Erkrankungen helfen oder Beschwerden lindern. Es ist als Arzneimittel zugelassen.

 

Mineralwasser unter der Lupe

Wie kommen die Mineralstoffe ins Wasser? In den Gesteinsschichten der Böden befinden sich verschiedene Mineralien, deren Ionen vom Wasser ausgespült und aufgenommen werden. Weil die Zusammensetzung der Gesteinsschichten nicht überall gleich ist, sind auch die Mineralstoffgehalte der unterschiedlichen Mineralwässer verschieden.
 

  • Calcium:
    Calcium ist ein wertvoller Mineralstoff zur Knochenbildung, aber auch wichtig für die Muskelarbeit und funktionierende Nervenbahnen. Ab 150 mg Calcium pro 1 Liter gilt ein Mineralwasser als calciumreich.

  • Magnesium:
    Magnesium ist der Gegenspieler von Calcium bei der Erregungsleitung von Muskeln und Nerven. Es ist auch ein wichtiger Bestandteil von Enzymen des Energiestoffwechsels. Ab 100 mg Magnesium pro Liter gilt ein Mineralwasser als magnesiumreich.

  • Natrium: 
    Natrium ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt, Nervenleitung und Muskelkontraktionen. Bis zu einem Grenzwert von 20 mg Natrium pro Liter gilt ein Mineralwasser als natriumarm, ab 200 mg Natrium pro Liter ist es natriumreich.

  • Chlorid: 
    Chlorid spielt eine Rolle bei der Bildung der Salzsäure im Magensaft. Es ist ein Gegenion zu Natrium und hält das Gleichgewicht der Ionen aufrecht.

  • Kalium: 
    Auch Kalium ist wichtig für die Nervenleitung und Muskelkontraktionen.

 
Andere Inhaltsstoffe des Mineralwassers:
 

  • Sulfat: 
    Sulfat ist eine natürliche Schwefelverbindung und kann ab einer gewissen Konzentration im Mineralwasser eine verdauungsfördernde Wirkung haben.

  • Hydrogencarbonat: 
    Hydrogencarbonat ist kein Mineralstoff, sondern es ist ein Bestandteil der Salze der Kohlensäure. Es wirkt im Mineralwasser säureneutralisierend und wirkt sich positiv auf den Geschmack eines Mineralwassers aus. Besonders reich an Hydrogencarbonat sind Mineralwässer, die Kalksteinschichten durchlaufen haben.

 

Wasser ist kostbar

Im Alltag ist es in unseren Breiten selbstverständlich, dass wir ausreichend Trinkwasser in guter Qualität zur Verfügung haben. Meist ist uns dabei gar nicht bewusst, wie viel Wasser wir eigentlich verbrauchen. Neben dem Wasser, das wir trinken, verbrauchen wir Wasser zum Waschen, Duschen, Putzen, Kochen, Klogehen usw. Insgesamt verbraucht jeder Mensch in Österreich pro Tag rund 130 Liter Wasser – das ist so viel wie in eine volle Badewanne hineinpasst. Da Wasser ein so kostbares Gut ist, lohnt es sich einen Blick auf seinen eigenen Wasserverbrauch zu werfen und einen verschwenderischen Umgang kritisch zu hinterfragen.
 
Tipps zum Wassersparen sind z.B.:

  • Beim Zähneputzen den Wasserhahn abdrehen.

  • Beim Haare Shampoonieren oder Einseifen den Wasserhahn abdrehen.

  • Öfter die Spartaste beim WC benützen (eine kleine Spülung benötigt 3 Liter Wasser, eine große Spülung 6 Liter; alte Spülkästen benötigen sogar 9 Liter)

  • Während man wartet, dass das Wasser aus dem Wasserhahn warm wird, kann das kalte Wasser aufgefangen und später für etwas anderes verwendet werden (z.B. zum Kochen oder zum Blumen gießen).

  • Geschirr nicht unter laufendem Wasser spülen.

  • Geschirrspülmaschine benutzen

  • Regenwasser zum Blumengießen sammeln (oder eine Regenwassernutzanlage für WC/Waschmaschine etc. installieren lassen)

 
Unmengen an Wasser werden besonders auch für die industrielle Herstellung vieler Alltagsprodukte benötigt, sodass sich der Wasserverbrauch in den letzten 100 Jahren insgesamt verzehnfacht hat. Der Weltwassertag will daher auch für einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser sensibilisieren, da im Vergleich Millionen Menschen in vielen Teilen der Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und unter Wassermangel leiden.