Die Situation der Erwachsenen
“Es muss dringend etwas unternommen werden,
bevor die tickende Zeitbombe
der zunehmenden Lebensstilerkrankungen explodiert“
Univ. Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler
Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes, Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fordern in den westlichen Industrienationen bereits mehr Todesopfer als Krebserkrankungen. Schätzungen für Österreich offenbaren eine „tickende Zeitbombe“:
- 5 bis 7 % aller Österreicher sind Diabetiker, das sind 400.000 bis 560.000 Personen. Rund ein Drittel davon (ca. 160.000) wissen nichts von ihrer Erkrankung, da sie bislang nicht diagnostiziert wurden.
- 2.000.000 Österreicher leiden an Bluthochdruck (jeder 4.)! 1.000.000 Betroffene wissen davon nichts. Von jenen, die es wissen, sind nur zwei Drittel in Behandlung; 340.000 bleiben unbehandelt!
- 50 % der Österreicher weisen ein erhöhtes Gesamtcholesterin auf (über 200 mg/dl). Bereits die 25-Jährigen sind massiv davon betroffen. Laut statistischen Umfragen kennen 40 % der Österreicher ihre Cholesterinwerte nicht.
- Etwa 40 % aller österreichischen Erwachsenen (3.200.000) sind übergewichtig bzw. fettleibig (die Hälfte der Männer und ein Drittel der Frauen). Etwa 11 % der erwachsenen Österreicher (600.000 Personen) leiden an krankhaftem Übergewicht (Fettleibigkeit bzw. Adipositas). Die Adipositashäufigkeit ist in den letzten 5 Jahren um 25 % gestiegen!
Laut
Ersten Österreichischen Adipositasbericht 2006 gelten Übergewicht und Adipositas als Hauptgesundheitsproblem dieses Jahrhunderts. Weltweit sind über eine Milliarde Menschen übergewichtig (BMI 25,0-29,9 kg/m2) und mehr als 300 Millionen adipös (BMI>30 kg/m2). Es wird geschätzt, dass in einer Population von einer Million Menschen zwischen 35 und 84 Jahren folgende Häufigkeiten an Erkrankungen auf eine bestehenden Adipositas zurückzuführen sind:
- 132.900 Menschen mit Hypertonie (45 % aller Hypertonie-Fälle)
- 58.500 Menschen mit Typ 2 - Diabetes (85 % aller Diabetes-Fälle)
- 16.500 Menschen mit Hypercholesterinämie (18 % aller Fälle)
- 16.500 Menschen mit koronarer Herzkrankheit (35 % aller Fälle)
Weiters ist Übergewicht oder Adipositas schätzungsweise für 3,4 % aller Krebserkrankungen bei Männern und für 6,4 % bei Frauen verantwortlich.
Mit einer Fülle von Begleit- und Folgeerkrankungen (inkl. psychischer Erkrankungen wie Essstörungen und Depression) wurde die Adipositas als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ bereits 1987 von der WHO als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Die Zunahme der so genannten „Lebensstilerkrankungen" ist mit enormen ökonomischen Kosten im verbunden, die nur durch umfassende, präventive Maßnahmen verhindert werden können.
